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Kreislaufwirtschaft trifft Wegwerfgesellschaft

Anhand von Beispielen aus dem Film 'Kommen Rührgeräte in den Himmel' diskutieren wir gemeinsam zum Thema Wegwerfgesellschaft.

In diesem Film kommen (unter anderem) drei Produkte vor:

  • Der Mixer RG28
  • Das 'unkaputtbare' Glas
  • Der Schuhbausatz von Comake

Wir haben alle drei Produkte vor Ort. Wir können also mit dem RG28 einen Kuchen backen, den Schuhbausatz anziehen und zum 'unkaputtbaren' Glas: wir haben es noch nicht getestet :-)

Datum: Di, 05.05.2026, 19:00 bis 21:00

Ort: WirtschaftsHub, Wiener Straße 3, 3040 Neulengbach

Anmeldung: Michaela Schmitz +43 660 125 81 20

Zum RG28:

AKA electric war ein Warenzeichen und Markenname für Elektrogeräte aus der Deutschen Demokratischen Republik. Die Buchstaben „RG“ stehen für „Rührgerät“. Mit dem RG28 kann man nicht nur rühren, mixen und pürieren, sondern auch Rohkost häckseln, Scheren schleifen und Dosen öffnen, wofür zusätzliche Zubehörteile existieren. Das Design stammt von dem Produktdesigner Kurt Boeser, Atelier für Gestaltung Karl-Marx-Stadt. Es wurden insgesamt etwa 18 Millionen Exemplare hergestellt, sowohl mit weißem oder gelbem als auch orangem Gehäuse. Nach 1990 wurde die Produktion eingestellt.

Das Gerät hatte zu Beginn der 1980er Jahre zunächst noch eine Leistung von 150 Watt, ab 1984 dann eine Leistung von 170 Watt. Es wiegt ohne Zubehör etwa 1,2 Kilogramm und ist ohne Zubehör etwa 120 Millimeter lang, 80 Millimeter breit und 180 Millimeter hoch.

Es wurde als RG28 E (Elektronikausführung) und RG28 S (Stufenschalterausführung) angeboten. Die Elektronikausführung besitzt einen Drehzahlsteller mit Umschaltmöglichkeit auf eine „Intensivstufe“, die Stufenschalterausführung hat einen Schalter mit drei Geschwindigkeiten.

Das RG28 hat zwei Antriebe. Der langsame Antrieb mit den zwei Aufnahmen z. B. für Rührwendeln oder Schlagbesen befindet sich an der Unterseite. Der schnelle Antrieb befindet sich an der Vorderseite und dient zum Anschluss vieler Zubehörteile wie z. B. Schnellmixstab oder Schlagbecher.

Dank seiner Robustheit und Langlebigkeit ist das RG28 auch 30 Jahre nach dem Ende der Produktion in vielen Haushalten noch in Gebrauch. Für ein Einzelgerät ohne Zubehör mussten 2020 im Gebrauchtwarenhandel mindestens 35 Euro gezahlt werden, im Set mit Kaffeemühle sogar 110 Euro. In der Zeitschrift test der Stiftung Warentest erhielt im Dezember 2020 ein 40 Jahre altes RG28 die Prädikate „sehr gut“ (1,0) für die Belastbarkeit, „gut“ (2,0) für die Sicherheit und „ausreichend“ (3,7) für das Geräusch, womit das RG28 mit modernen Geräten mühelos mithalten konnte.

Der Dokumentarfilm Kommen Rührgeräte in den Himmel? von Reinhard Günzler aus dem Jahr 2016 beschäftigte sich am Beispiel des RG28 mit dem Gegensatz von robusten und langlebigen Haushaltsgegenständen und der heute oft anzutreffenden geplanten Obsoleszenz in der Wegwerfgesellschaft.

Wikipedia zu RG28 ...

Zum 'unkaputtbaren' Glas:

Vom VEB zum Startup: Mit superfestem DDR-Glas durch die Energiewende

31. Januar 2026, 11:00 Uhr

Viele kennen sie noch: die schweren, widerstandsfähigen Trinkgläser aus DDR-Zeiten. In Kneipen, Kegelbahnen – manche stehen bis heute in privaten Küchenschränken. Kaum kaputt zu kriegen. Kaum zu ersetzen. Dass diese Erfindung aus dem kleinen Schwepnitz bei Kamenz Jahrzehnte später wieder hochaktuell sein könnte, hätte damals wohl kaum jemand geahnt. Mit einem der Männer, die das superfeste Glas entwickelt haben, hat MDR SACHSEN gesprochen.

Peter Sonntag steht genau da, wo er früher im Chefsessel gesessen ist - als technischer Direktor des VEB Sachsenglas Schwepnitz. In dem Museumsraum wird heute die Geschichte des außergewöhnlichen Materials erzählt. "Die Lebenserwartung des Glases lag um ein Deutliches höher – fünf- bis zehnfach", erinnert sich Peter Sonntag. "Sie finden heute noch in kleinen Gaststätten oder Kegelbahnen solche Gläser. Bei eBay auch – aber für teures Geld."

Peter Sonntag war zu DDR-Zeiten Technischer Direktor beim VEB Sachsenglas Schwepnitz.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Haltbarer, leichter, sparsamer

Die Geschichte des sogenannten "Superfest"-Glases begann 1978. Mit einem DDR-Patent und dem Schwepnitzer Glaswerk, das eigens dafür gebaut wurde. 40.000 solcher Gläser gingen dort pro Tag vom Band und lösten Versorgungsprobleme in der DDR. Ihr Vorteil lag nicht nur in der enormen Haltbarkeit. "Die Gläser waren leichter und hatten demzufolge weniger Materialverbrauch bei der Herstellung," erklärt Sonntag.

Verantwortung mit 27

Den Grundstein für diese Entwicklung legte auch er. Als Verantwortlicher für den Bau des Schwepnitzer Werks wurde Sonntag als Nachwuchskraft früh ins kalte Wasser geworfen – und ausgezeichnet. "Über Nacht war ich als Verantwortlicher eingesetzt. Mit 27 Jahren", erzählt er. "Ich war der Jüngste in der großen Runde der Betriebsdirektoren. Ich wusste nicht, ob ich das schaffe." Die ersten Nächte habe er nicht wirklich geschlafen. "Aber Herausforderungen muss man annehmen."

Als Verantwortlicher für den Bau des Schwepnitzer Werks bekam Peter Sonntag einst sogar einen Orden.

DDR-Verfahren in Start-Up weiterentwickelt

An der TU Bergakademie Freiberg haben Ingenieure das DDR-Verfahren jetzt wieder aufgegriffen. Denn die Glasindustrie steht unter Druck - auch in Sachsen. Genau hier setzt die alte Idee wieder an. Denn für die Herstellung von superfestem Glas wird nicht nur weniger Material benötigt, sondern auch deutlich weniger Energie.

Der Geschäftsführer von Revisalt, Martin Groß, hält ein Glas in der Hand, das fester, leichter und damit nachhaltiger sein soll.

Ein Startup ist schon 2021 gegründet, Revisalt heißt das Unternehmen. "Von dem alten Verfahren der Superfestgläser haben wir genau die gleiche Salzzusammensetzung genommen", sagt Geschäftsführer Martin Groß. "Was wir verändert haben, ist die Vorwärmzeit." Aus Gründen der Geheimhaltung sagt Groß nur: "Wir haben das Verfahren optimiert und deutlich schneller gemacht."

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/superfestes-glas-ddr-schwepnitz-100.html

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-909420.html

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